Kaltakquise-OutsourcingEntscheidungshilfe für das Auslagern der B2B-Neukundengewinnung

Erarbeitet aus Gesetzestexten, Rechtsprechung und Behördenleitfäden. Jede Angabe mit Quelle und Stand. So arbeiten wir

Rechtsstand und letzte Durchsicht: 8. November 2026 · Deutschland, Österreich, Schweiz Rechner · Entscheidungshilfe
Inhalt des Merkblatts

Abschnitt 8 von 10

Kennzahlen: So steuern Sie einen Kaltakquise-Dienstleister

Ein Dienstleister ist nur so gut steuerbar wie seine Zahlen. Wer nur Termine gemeldet bekommt, weiß nicht, ob es an der Zielgruppe, am Gesprächseinstieg oder schlicht an zu wenig Anrufen liegt, wenn es nicht läuft.

Stand: · So arbeiten wir

Auf einen Blick

  • Verlangen Sie Rohzahlen entlang des ganzen Trichters, nicht nur Termine.
  • Jede Kennzahl braucht eine schriftliche Definition, sonst vergleichen Sie Unterschiedliches.
  • Die wichtigste Zahl entsteht bei Ihnen: wie viele Termine zu Angeboten und Aufträgen werden.
  • Branchenwerte für Quoten sind selten belastbar. Ihre eigene Messung aus der Testphase ist der Maßstab.

Der Trichter und seine Kennzahlen

Stufe Kennzahl Definition Wer misst
Liste Kontakte bearbeitet Firmen, bei denen mindestens ein Kontaktversuch stattfand Dienstleister
Versuch Wählversuche Anrufe, gleich ob jemand abhebt Dienstleister
Erreichbarkeit Entscheider erreicht Gespräche mit der Zielperson, nicht mit Zentrale oder Assistenz Dienstleister
Gespräch Geführte Gespräche Erreichte Entscheider, die das Anliegen angehört haben Dienstleister
Ergebnis Termine Vereinbarte Termine nach Ihrer Definition Dienstleister
Termin Stattgefundene Termine Termine, die tatsächlich stattfanden Sie
Qualität Brauchbare Termine Termine, die Ihre Kriterien erfüllten Sie
Fortschritt Angebote Termine, aus denen ein Angebot wurde Sie
Ergebnis Aufträge Angebote, die angenommen wurden Sie

Aus diesen Zahlen lassen sich Quoten bilden: Erreichbarkeit (erreicht ÷ bearbeitet), Terminquote (Termine ÷ Gespräche), Ausfallquote (1 − stattgefunden ÷ vereinbart), Abschlussquote (Aufträge ÷ stattgefundene Termine).

Was die Zahlen verraten

  • Wenig Wählversuche bei vereinbarter Pauschale: Der Dienstleister arbeitet weniger als vereinbart, oder die Stunden gehen in Recherche. Nachfragen.
  • Viele Versuche, wenige erreichte Entscheider: Daten schlecht oder Zielpositionen schwer erreichbar. Datenqualität prüfen, Uhrzeiten ändern.
  • Viele Gespräche, wenige Termine: Gesprächseinstieg oder Nutzenversprechen überzeugen nicht, oder die Zielgruppe hat keinen Bedarf. Leitfaden und Segment prüfen.
  • Viele Termine, viele Ausfälle: Termine zu locker vereinbart, Bestätigung fehlt. Termindefinition schärfen.
  • Termine finden statt, führen aber zu nichts: Auswahl der Zielgruppe oder Qualifizierungsfragen passen nicht. Gemeinsam die letzten zehn Termine durchgehen.

Ein Musterbericht

Ein Monatsbericht sollte auf eine Seite passen und enthalten:

  1. Rohzahlen des Monats und kumuliert, je Segment getrennt,
  2. Quoten, verglichen mit dem Vormonat,
  3. die häufigsten Einwände und Absagegründe mit Anzahl,
  4. Liste der Termine mit Firma, Gesprächspartner, Anlass und Notiz,
  5. Vorschläge für Änderungen an Zielgruppe oder Leitfaden,
  6. Ihre Rückmeldungen zu den Terminen des Vormonats und was daraus folgt.

Lassen Sie sich die Rohdaten zusätzlich in einer Form geben, die Sie selbst auswerten können, etwa als Export aus dem CRM.

Warum hier keine Richtwerte stehen

Viele Seiten nennen Durchschnittswerte für Erreichbarkeit oder Terminquoten. Wir tun das nicht, weil uns keine Erhebung bekannt ist, die solche Werte für Branchen und Zielgruppen belastbar ausweist, und weil sie je nach Angebot, Position der Zielperson und Definition stark schwanken. Nutzen Sie stattdessen die Testphase, um Ihre eigenen Werte zu erheben. Im Rechner arbeiten Sie deshalb mit drei Szenarien statt mit einem Wert.

Rückmeldung ist Ihre Kennzahl

Der Dienstleister sieht nicht, was nach dem Termin passiert. Wenn Sie zu jedem Termin innerhalb weniger Tage zurückmelden, ob er brauchbar war und warum, kann er die Auswahl verbessern. Ohne Rückmeldung optimiert er auf das, was er sieht: Termine. Planen Sie dafür feste Zeit ein, etwa in einer kurzen wöchentlichen Abstimmung.

Rechner: Inhouse oder Dienstleister
Drei Szenarien mit Ihren Zahlen: Termine, Kosten je Termin und der Preis, bis zu dem sich ein Dienstleister rechnet.

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